Beim Energieversorger EnBW steigen die Strompreise für Privatkunden ab Sommer um 7,5 Prozent. Gas wird dafür günstiger.
Die Stromtarife werden zum 1. Juli für alle Kunden der sogenannten Grundversorgung (EnBW Komfort) um 7,5 Prozent angehoben, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Betroffen sind demnach also rund 1,5 Millionen Stromkunden, hauptsächlich in Baden-Württemberg. Auf einen Haushalt mit zwei bis drei Personen und einem Verbrauch von 2900 Kilowattstunden kommen so jährliche Mehrkosten von rund 52 Euro zu. Die EnBW begründete die Preiserhöhung mit “in den vergangenen Jahren gestiegenen Beschaffungskosten für Strom“. Zuletzt hatte der Karlsruher Konzern die Preise zum 1. Juli 2008 um 4,9 Prozent erhöht, davor letztmals im Sommer 2006.
Während es beim Strompreis also weiter nach oben geht, wird Gas günstiger. Ebenfalls zum 1. Juli verbilligt sich der Grundtarif um 5,1 Prozent – was nach Konzernangaben einer monatlichen Entlastung von rund sechs Euro für eine Durchschnittsfamilie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entspricht. Nach zwei vorangegangenen Preissenkungen ist EnBW-Gas damit gut ein Fünftel günstiger als zu Jahresbeginn. Allerdings hatte der Konzern im Vorjahr die Tarife in zwei Schritten auch erhöht – um sieben und um knapp 20 Prozent.
Der Strompreis fällt und fällt – allerdings nur im Großhandel
Kaum ein Versorger gibt die Ersparnis an die Kunden weiter, für viele Verbraucher wird Energie sogar noch teurer. Dabei zeigen einige wenige Anbieter, dass es auch anders geht. Hamburg – Wenn Strom teurer wird, liefern die Versorger stets die gleiche Begründung: Im Großhandel sei der Preis gestiegen, diese Entwicklung müsse man leider an die Kunden weitergeben.
An der Börse wird Strom günstiger
Seit ein paar Monaten sieht die Lage anders aus: An der Leipziger Energiebörse EEX wird Strom immer billiger. Trotzdem haben die Verbraucher nichts davon – kaum ein Unternehmen gibt die Preissenkungen weiter. Im Gegenteil: Mehr als 50 Versorger wollen ihre Tarife sogar anheben. Das ergibt eine Übersicht des Verbraucherportals Toptarif, die SPIEGEL ONLINE vorliegt.
Besonders pikant: Auch diesmal muss die EEX als Argument herhalten. “Angesichts sinkender Einkaufspreise an der Strombörse begründen die Energieversorger ihre Erhöhungen vordergründig mit langfristigen Bezugsverträgen”, so die Erklärung von Toptarif. “So erklärt unter anderem das zweitgrößte deutsche Energieunternehmen RWE, welches seine Strompreise zum April um rund sieben Prozent erhöht, dass seine Regionalversorger den Strom für 2009 zu einem Zeitpunkt gekauft hätten, als die Bezugspreise noch wesentlich höher lagen.”
Mit smarten Stromzählern soll jetzt auch der Verbraucher seinen Beitrag zur Energiewende leisten.
Doch ohne finanzielle Anreize wird er kaum mitspielen.
Hans-Peter Thomas’ private Energierevolution dauerte genau zwei Stunden. Zwei Männer von Yello, der Stromtochter von EnBW, machten sich vor einem Jahr an seinem Stromzähler zu schaffen und tauschten den schwarzen Kasten mit Drehscheibe gegen einen modernen, digitalen Zähler aus. “Jetzt habe ich totale Transparenz. Ich sehe genau, welche Geräte wann wie viel Strom verbrauchen”, schwärmt der Pensionär aus Wuppertal.
Abschlagszahlungen sind Vergangenheit
Die Zeit der Abschlagszahlungen und Jahresabrechnungen ist vorbei. Jeden Monat erhält Thomas, der knapp 80 Euro in den Zähler investierte, eine ausführliche Auflistung seines tatsächlichen Stromverbrauchs. Den Tiefkühlschrank hat er bereits als Stromfresser identifiziert.
Geht es nach der Bundesregierung, werden solche intelligenten Stromzähler, auch “smart meters” genannt, ab kommenden Jahr verpflichtend. Für jahrzehntealte Messgeräte in Deutschlands Kellern und überkommene Abrechnungsmodelle würde dies das Ende bedeuten. Doch die Idee, aus Verbrauchern wirkliche Stromsparfüchse zu machen, scheitert noch an lukrativen Spartarifen.
Zähler selbst ablesen und Stand melden – Versorger schätzen nur – Höhere Abschlagszahlungen für 2009 nicht unbedingt akzeptieren
Mehr als zehn Millionen Gaskunden können in diesem Frühjahr endlich von sinkenden Gaspreisen profitieren. Für die meisten ist es ab 1. April soweit. Um bis zu 26 Prozent geben dann die Tarife nach Angaben der Vergleichsportale quer durch Deutschland nach. Damit aber die Entlastung auch tatsächlich im Geldbeutel der Verbraucher ankommt, raten Experten zur Wachsamkeit.
“Jeder Gaskunde sollte seinen Zählerstand zum Stichtag 1. April zur Sicherheit selbst ablesen und ihn sofort seinem Gasversorger mitteilen”, rät Beate Scharf, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: So sei gewährleistet, dass der billigere Tarif auch wirklich korrekt in der Jahresabrechnung berücksichtigt werde, betont Scharf. Möglich ist auch, den Zählerstand zusätzlich zu fotografieren und mit Datum versehen dem Versorger zuzuschicken.
Bie einer Gaspreissenkung erfolgt normalerweise keine Ablesung
Bei einer Tarifsenkung oder -erhöhung erfolgt normalerweise keine Ablesung der Zählerstände. Die bis zum Stichtag verbrauchte Gasmenge wird vom Versorger in der Regel nur geschätzt. Basis dafür sind jahreszeitliche Verbrauchsschwankungen.
Nach dem extrem kalten Winter bestehe die Gefahr, dass vom Versorger ein weit überdurchschnittlicher Verbrauch unterstellt werde, mahnt Rudolf Stürzer, Vorsitzender der Eigentümergemeinschaft Haus und Grund München, zu Vorsicht. Ob der Gaskunde beispielsweise in einem energetisch modernisierten Haus wohne, spiele bei der Schätzung keine Rolle.
Ab 2012 soll Solarstrom in Deutschland zum gleichen Preis angeboten werden, wie herkömmlicher Haushaltsstrom.
Das prognostiziert Frank Asbeck, Chef der Bonner Solarworld.
Frank Asbeck, Vorstandschef der Bonner Solarworld, rechnet fest damit, dass Solarstrom in drei Jahren zum gleichen Preis wie Haushaltsstrom angeboten wird: „Verbilligen sich die Solar-Anlagen weiterhin jedes Jahr um acht bis zwölf Prozent, und damit rechne ich fest, sind wir 2012 wettbewerbsfähig zum Haushaltsstrom“, so Asbeck im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.
Solarstrom zu jeder Tages- und Nachtzeit
Zur Konkurrenzfähigkeit beitragen wird bei Solarworld auch die angekündigte „revolutionäre Entwicklung“. Asbeck: „Wir werden innerhalb der nächsten drei Jahre unser Paket mit einer Batterie anbieten, die den überschüssigen Tagesbetrag für die Nacht speichert. Solarstrom steht dann zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung. Der Vorwurf der Unzuverlässigkeit ist dann vom Tisch.“
Asbeck argumentiert, die staatlich garantierte Vergütung sei auch weiterhin notwendig: „Wenn der Markt bei Erreichen der Netzparität durchstartet, müssen wir die dann nachgefragten Mengen liefern können, sonst geht das Geschäft an uns vorbei. Deshalb brauchen wir einen Geldfluss, mit dem wir das Wachstum finanzieren können. Sonst muss ich den Laden morgen an General Electric oder irgendeinen großen Finanzinvestor verkaufen, und das will ich nicht.“
Das Aufheizen der Räume nimmt enorme Energiekosten in Anspruch. Daher sollte man, bevor man die Heizung aufdreht, zunächst einmal überlegen, ob nicht auch ein Pullover die nötige Wärme geben kann. Würde man die Raumtemperatur in der Wohnung oder im Haus um nur einen Grad absenken, so ließe sich die Heizenergie um rund 6 Prozent senken. Wer sich tagsüber nicht in den Räumen aufhält, sollte die Temperatur dort absenken und erst heizen, wenn diese benötigt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Türen zu anderen beheizten Räumen geschlossen werden. Es sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass solche Räume nicht auf Dauer zu kühl gehalten werden, sonst kann sich in den Räumen schnell Feuchtigkeit entwickeln.
Während der Nacht empfiehlt es sich, die Temperatur in den Räumen grundsätzlich abzusenken. Es empfiehlt sich eine Absenkung der Temperatur von bis zu fünf Grad. Das Herunterdrehen der Temperatur kann bereits ein bis zwei Stunden früher erfolgen – nicht erst zum Zeitpunkt des Schlafengehens. Aus gesundheitlicher Sicht gesehen ist das Schlafen in kühleren Räumen deutlich besser.
Nicht jeder Raum benötigt die selbe Temperatur – auf das richtige Heizen kommt es an. Man empfiehlt für Ess-, Wohn- und Kinderzimmer eine Temperatur von 18 bis 21 Grad. Hierbei muss man natürlich immer das eigene Wohlbefinden mit berücksichtigen. Gerade kleine Kinder, die viel toben, kommen mit einer geringeren Temperatur aus. In Schlafzimmern reicht grundsätzlich eine Temperatur von rund 16 Grad. Badezimmer werden in der Regel überwiegend morgens und abends genutzt, daher muss man diese nicht den ganzen Tag beheizen.
Auch beim täglichen Lüften können unter Umständen Energiekosten eingespart werden. Hierbei kommt es auf das richtige Lüften an! Fenster, die ständig auf Kippe stehen, sorgen nur dafür, dass die Umwelt geheizt wird. Daneben ist die entstehende Luftzirkulation für eine gute Belüftung unzureichend. Besser ist die Fenster für nur einige Minuten weit zu öffnen. So ist eine ausreichende Luftzirkulation gegeben und die Wände sowie Böden kühlen in der kurzen Zeit nicht aus. Daher wird nach dem Lüften die Raumtemperatur schnell wieder hergestellt.
Heizungen sollten immer frei sein: keine Möbel davor abstellen und vor allem keine Wäsche zum Trocknen aufhängen. Auch Gardinen sollten möglichst nicht vor der Heizung hängen. Das Thermostat der Heizungsanlage kann die Raumtemperatur nur dann richtig erfassen, wenn sich die Wärme frei entwickeln kann.
Besonders wichtig ist auch die Dichtigkeit von Fenstern und Türen. Denn eine Undichtigkeit kann unter Umständen zu einem sehr hohen Wärmeverlust führen. Daher sollten alle Fenster und Türen diesbezüglich überprüft und gegebenenfalls abgedichtet werden. Hierzu eignen sich beispielsweise selbstklebende Dichtungsbänder, die im Baumarkt erhältlich sind und auch von Laien einfach angebracht werden können. Mit diesen Dichtungsbändern können auch Spalten unter den Türen abgedichtet werden. Alternativ können vor den Türen auch spezielle Stoffrollen gelegt werden, die einen Wärmeverlust verhindern. Gerade im Winter wird es sowieso sehr früh dunkel, daher kann man in dieser Zeit auch die Rollläden sehr zeitig herunterlassen, denn diese wirken zudem isolierend und sorgen dafür, dass die Wärme im Hause bleibt. Elektronische Heizkörperregler sind in ihrer Anschaffung nicht allzu teuer und bieten einen enormen Vorteil. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Raumtemperatur abstimmen und die Räume können gezielt beheizt werden. Ein maßvolles Heizen während der persönlichen Abwesenheit oder in der Nacht ist mit den elektronischen Heizkörperreglern ganz einfach.
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